Fachkräfte finden im Handwerk: Warum die Stellenanzeige allein nicht mehr reicht
Die meisten guten Gesellen suchen gar nicht aktiv. Wie du sie trotzdem erreichst und was du als Betrieb dafür tun kannst.
Viele Betriebe schalten eine Stellenanzeige, warten zwei Wochen und bekommen eine Handvoll Bewerbungen, von denen keine passt. Das liegt selten am Betrieb. Meist liegt es daran, wo die Anzeige steht und wen sie überhaupt erreicht.
Die meisten Fachkräfte suchen nicht
Ein guter Geselle hat in der Regel einen Job. Er ist nicht unzufrieden genug, um abends Jobbörsen zu durchsuchen. Wechseln würde er trotzdem, wenn ihm das richtige Angebot über den Weg läuft: kürzere Fahrtwege, feste Touren, ein Chef, der zuhört. Diese Leute erreichst du nicht, indem du wartest, bis sie suchen. Du erreichst sie, indem du dort sichtbar bist, wo sie ohnehin ihre Zeit verbringen.
Was Bewerber wirklich wissen wollen
- Wie weit ist der Weg zur Arbeit?
- Wie sieht ein normaler Tag aus, und wann ist Feierabend?
- Wer sind die Kollegen?
- Was verdiene ich ungefähr?
- Wie schnell bekomme ich eine Antwort?
Floskeln wie „dynamisches Team“ oder „leistungsgerechte Bezahlung“ beantworten keine dieser Fragen. Echte Fotos aus dem Betrieb und konkrete Angaben schon.
Die Hürde muss niedrig sein
Ein Elektriker, der gerade auf der Baustelle steht, schreibt kein Anschreiben. Wenn er sich mit ein paar kurzen Fragen vom Handy aus melden kann, tut er es eher. Lebenslauf und Zeugnisse kannst du später im Gespräch klären.
Schnell zurückrufen
Gute Bewerber springen oft nicht wegen des Gehalts ab, sondern wegen der Wartezeit. Wer eine Woche nichts hört, hat innerlich schon abgehakt. Ruf innerhalb von ein, zwei Tagen zurück, auch wenn es nur ein kurzes Kennenlernen am Telefon ist.
Kurz zusammengefasst
- Sei dort sichtbar, wo Fachkräfte ihre Freizeit verbringen, nicht nur auf Jobbörsen.
- Zeig deinen Betrieb so, wie er wirklich ist.
- Mach die Bewerbung so einfach wie möglich.
- Melde dich schnell zurück.